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Schutz der Artenvielfalt
Ozean

Schutz der Artenvielfalt

Bewahrung der Biodiversität unserer Meere und Küsten

Der Ozean bedeckt 70% unserer Erde und ist das Zuhause von Millionen von Lebewesen – vom größten Säugetier bis hin zu den kleinsten Mikroorganismen.

Doch die fragilen Ökosysteme der Küsten und Meere stehen kurz vor dem Zusammenbruch. Illegale Fischerei, zerstörerische Fischereipraktiken und Wilderei gefährden ihre faszinierende Artenvielfalt.

Gesunde Meere, stabile Ökosysteme

Illegale Fischerei hat fatale Folgen für die marine Artenvielfalt. Wir arbeiten daran, zerstörerische Fischereitechniken sowie den illegalen Handel mit Meerestieren wie Haien, Rochen und Schildkröten, aufzudecken und zu beenden:

  • Wir unterstützen den Aufbau lokaler Kapazitäten in unseren Projektländern und fördern Fachkenntnisse, Stärken und Fähigkeiten lokaler Gemeinden. Unser Ziel ist es, ihren Vertreter*innen dabei zu helfen, mehr Anerkennung sowie Führungsrollen beim Schutz ihrer natürlichen Umwelt zu erlangen.
  • Mit unserem "Net Free Seas"-Projekt arbeiten wir daran, die Meere von zerstörerischen "Geisternetzen" zu befreien. In Thailand sammeln Küstengemeinden die Netze ein, welche anschließend gereinigt und zu nützlichen Produkten weiterverarbeitet werden. Das Projekt schützt die Meeresflora und -fauna und liefert lokalen Gemeinden gleichzeitig eine zusätzliche Einkommensquelle.
  • Wir setzen uns weltweit für den Schutz von Haien ein und fordern ein globales Verbot des Abtrennens von Haifischflossen. In Liberia unterstützen wir den nationalen Aktionsplan zum Schutz von Haien und Rochen, um diesen bedrohten Tierarten rechtlichen Schutz zu gewähren.
  • Wir unterstützen die Ausbildung von Aktivist*innen vor Ort zum Schutz von Meeresschildkröten in Westafrika mit Schwerpunkt auf Liberia und Ghana und schaffen ein Bewusstsein für die Bedeutung dieser Tiere für den Erhalt der Fischbestände sowie für die Artenvielfalt des Ozeans.
  • Wir fordern die Sicherung und Ausdehnung von Schutzzonen in Küstennähe sowie auf Hoher See, damit sich marine Lebensräume erholen und gefährdeten Wildtierarten Zuflucht bieten können.

85%

der Fischbestände weltweit sind durch illegale Fischerei bedroht

Millionen von Menschen sind auf Fisch für ihre Ernährung und ihre Lebensgrundlagen angewiesen. Die Plünderung der Meere fördert illegale Fangpraktiken bis hin zu Sklaverei.

Max Rogers, EJF Meeres-Botschafter

Sicherung von Lebensgrundlagen

Fischernetze bestehen aus Kunststoff, der jahrzehntelang Meereslebewesen tötet, bevor er zu Mikroplastik abgebaut wird. Der Schaden, den zurückgelassene Netze jedes Jahr anrichten, ist enorm.

Indem wir die Meere von dieser äußerst zerstörerischen Form der Plastikverschmutzung befreien, fördern wir den Erhalt gesunder Meeresökosysteme und unterstützen damit gleichzeitig die Fischerei sowie den Erhalt nachhaltiger Lebensgrundlagen.

"Net Free Seas"

Zurückgelassene oder verloren gegangene Fischernetze sind schwimmende Todesfallen. Oft treiben sie jahrzehntelang in unseren Meeren und fangen unkontrolliert Wale, Delfine, Schildkröten und Seevögel. Ganze Korallenriffe sind ihnen bereits zum Opfer gefallen.

Abgesehen von den Auswirkungen auf die marine Tierwelt gefährden "Geisternetze" auch die Lebensgrundlagen von Millionen Menschen, indem sie Fisch und Meeresfrüchte, die eigentlich hätten gefangen und verkauft werden können, einwickeln und vernichten. Solche Verluste sind ein harter Schlag für lokale Küstengemeinden, die bereits stark durch illegale Fischerei bedroht sind.

In Thailand unterstützen wir Fischerdörfer dabei, ihre Gewässer von diesen gefährlichen Netzen zu befreien. Im Rahmen unseres "Net Free Seas"-Projekts werden sie von Fischer*innen und Küstenbewohner*innen eingesammelt und anschließend zu nützlichen Produkten recycelt – von Küchenutensilien bis hin zu Sportgeräten. Infolge der Covid-19-Pandemie wurden auch medizinische Schutzmasken aus den recycelten Netzen hergestellt.

Die Gemeinden können selbst entscheiden, ob sie das Geld aus den gesammelten Netzen für kommunale Einrichtungen oder Naturschutzprojekte verwenden oder an Einzelpersonen auszahlen möchten. Darüber hinaus stehen sie in direktem Kontakt mit unseren Recyclingpartnern, damit das Projekt auch nach Ablauf des Projektzeitraums fortgesetzt werden kann.

"Net Free Seas" wird durch die großzügige Unterstützung des norwegischen Umweltfonds des Einzelhandels ermöglicht. Nach erfolgreicher Etablierung in Thailand soll das Projekt international maßstabsgetreu ausgebaut werden – insbesondere in Westafrika, da dort die Meeresverschmutzung durch Plastikmüll ein weit verbreitetes Problem ist.

Ich habe gesehen, wie viele Meerestiere durch die Netze zu Tode kommen. Ich habe mich immer gefragt, ob es eine Möglichkeit gibt, sie Netze einzusammeln.

Anan Jaitang, Fischer in Thailand

Liberias Nationaler Aktionsplan

Seit 2013 unterstützt EJF Liberia beim Aufbau von Kapazitäten innerhalb lokaler Fischergemeinden, um Arten zu untersuchen, die von den Kleinfischern gefangen werden.

Mithilfe unserer Untersuchungen konnten wir einen riesigen globalen Markt für Haifischflossen aufdecken, Lücken in Bezug auf die Überwachung sowie den Schutz gefährdeter Arten aufzeigen und das öffentliche Bewusstsein für die Bedeutung dieser beeindruckenden Lebewesen schärfen.

ZERSTÖRERISCHE FANGMETHODEN

Im Zuge unserer Untersuchungen in Westafrika haben wir das Ausmaß an Verwüstungen aufgedeckt, die durch zerstörerische Fangtechniken verursacht werden. Neben der Dynamit-Fischerei verschlingt vor allem die Schleppnetzfischerei – eine Technik, bei der schwere Netze über den Meeresboden gezogen werden – ganze Populationen. Gleichzeitig macht sie keinen Halt vor gefährdeten und vom Aussterben bedrohte Tierarten, wie Haien, Rochen, Schildkröten, Walen und Delfinen.

Wir kämpfen gegen diese grausame Form der Umweltzerstörung, die nicht nur drastische Folgen für Natur und Tierwelt hat, sondern gleichzeitig die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen dahinrafft, die von gesunden Meeren abhängig sind:

  • Wir fordern ein vollständiges Verbot von zerstörerischen Fanggeräten und -techniken, einschließlich der Schleppnetz- und Elektrofischerei sowie die Verwendung von Explosivstoffen und Gift.
  • Wir fordern alle Länder dazu auf, detaillierte Nachweise über Beifang-Mengen von operierenden Schiffsbetreibern zu verlangen und hohe Strafen gegen Schiffe zu verhängen, die ihren Beifang nicht dokumentieren.

BEDROHT

Schildkröten leben seit über 100 Millionen Jahren auf unserem Planeten

Wenn wir nicht schnell handeln, wird es innerhalb der nächsten zehn bis zwanzig Jahre keine Schildkröten mehr geben.

Rafael Ahumah, Conservation Officer in Dzita, Ghana

STRAND-PATROUILLEN

An Ghanas Stränden nisteten ursprünglich sechs Arten von Schildkröten, doch davon sind nur noch drei übrig. Die Lederschildkröte – die größte von ihnen – ist in der Region vom Aussterben bedroht. Um ihre Nistplätze vor Wilderei zu schützen, organisieren wir regelmäßige Nachtpatrouillen.

Darüber hinaus arbeitet EJF in Liberia und Ghana mit lokalen Gemeinden und Behörden zusammen, um das Bewusstsein für die Bedeutung von Meeresschildkröten für die Ernährungssicherheit und die marinen Ökosysteme zu schärfen.

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