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Transparente Fischerei
Ozeane

Transparente Fischerei

Zehn Leitlinien für Transparenz in der globalen Fischereiindustrie

Illegale Fischerei hat nicht nur drastische Zerstörungen der Umwelt zur Folge, sondern häufig auch fatale Menschenrechtsverletzungen wie Zwangsarbeit und Sklaverei.

Diese Praktiken finden im Verborgenen statt, außerhalb der Kontrolle von Regierungen, Industrie und Konsument*innen. Die Lösung: vollständige Transparenz im globalen Fischereisektor.

HANDEL IN DER VERANTWORTUNG

Für Verbraucher*innen muss es die Möglichkeit geben, Fisch, Fischerzeugnisse und Meeresfrüchte zu kaufen, dessen komplette Produktionskette frei von illegaler Fischerei und Sklaverei ist.

Mit unserer Arbeit setzen wir uns dafür ein, dass der Einzelhandel seine Macht und seinen Einfluss nutzt, damit der Konsum von Fisch oder Meeresfrüchten nicht auf Kosten der Meere oder der Menschenrechte geht:

Unsere Petition an deutsche Supermärkte

Illegale Fischerei und Menschenrechtsverletzungen passieren überall auf unseren Ozeanen – das muss endlich aufhören!

Wir fordern Supermärkte in Deutschland dazu auf, sich zu unserer Charta für Transparenz zu bekennen, um ihre Lieferketten transparent und frei von Überfischung, Menschenhandel und anderen illegalen Praktiken zu halten.

DU KANNST UNS DABEI UNTERSTÜTZEN!

Hilf uns, Druck auf den deutschen Einzelhandel auszuüben. Unterschreibe noch heute unsere Petition an die großen deutschen Supermärktedamit sie sicherstellen, dass unser Konsum weder auf Kosten der Umwelt noch der Menschenrechte geht!

EINFACH, WIRTSCHAFTLICH & SOFORT UMSETZBAR

EJFs Maßnahmen für mehr Transparenz in der globalen Fischereiindustrie sind sehr kostengünstig und können sofort von jedem Land umgesetzt werden. Die Einführung dieser Grundprinzipien würde die Fischerei von Grund auf verändern und gewährleisten, dass Fisch und Meeresfrüchte legal und nachhaltig gefangen werden.

UNSERE ZEHN GRUNDSÄTZE

1. VERGABE EINER EINDEUTIGER KENNUNG FÜR FISCHEREIFAHRZEUGE

Eine solche Nummer würde – ähnlich wie bei einem Autokennzeichen – vom Bau eines Schiffes bis zu seiner Verschrottung gleichbleiben, auch bei Namensänderung oder einem Wechsel der Flagge. Die Nummern aller Schiffe sollten in einem globalen Verzeichnis aufgeführt werden.

2. VERÖFFENTLICHUNG DER TRACKING-DATEN

So kann transparent nachvollzogen werden, wo Fischereifahrzeuge unterwegs sind. Zudem könnten Nachbarländer, Nichtregierungsorganisationen und andere bei der Überwachung helfen.

3. VERÖFFENTLICHUNG VON LIZENZEN & GENEHMIGUNGEN

Wer darf wo fischen? Anhand dieser Listen und der veröffentlichten Tracking-Daten kann jede*r kontrollieren, ob sich ein Fangschiff in genehmigten Gebieten aufhält und gegebenenfalls illegale Fischerei melden.

4. VERÖFFENTLICHUNG VERHÄNGTER STRAFEN

Verhaftungen oder Sanktionen, die aufgrund von illegaler Fischerei oder Menschenrechtsverletzungen verhängt wurden, sollten öffentlich einsehbar sein, sodass zukünftige Aktivitäten verurteilter Täter leichter identifiziert werden können.

5. VERBOT BZW. ÜBERWACHUNG VON UMLADUNGEN AUF SEE

Unkontrollierte Umladungen auf See ermöglichen es skrupellosen Unternehmern, ihre Besatzung ohne Bezahlung auf den Schiffen festzuhalten – und das für Monate oder sogar Jahre. Außerdem erschweren sie die Bestimmung und Rückverfolgung der Herkunft des Fangs.

6. EINRICHTUNG EINER DIGITALEN DATENBANK

Das Sammeln von Informationen zu Fangschiffen – wie Registrierungsnummern, Lizenzen, Fänge und die Daten der Besatzung – sind extrem wichtig. Fänge könnten derart in Zukunft als legal und ethisch zertifiziert werden.

7. VERBOT VON BILLIGFLAGGEN

Einige Länder lassen Schiffe gegen Bezahlung unter ihrer Flagge fahren, überwachen ihre Aktivitäten jedoch nicht. Illegale Fischerei bleibt dadurch unbeobachtet – und somit auch straffrei.

8. VERÖFFENTLICHUNG DER SCHIFFSEIGENTÜMER

Wer streicht den Profit ein? Oft werden Scheinfirmen eingesetzt, sodass die wahren Nutznießer illegaler Fischereipraktiken der Strafverfolgung entgehen können.

9. STRAFEN FÜR ALLE BETEILIGTEN

Staaten müssen verhindern, dass ihre Bürger*innen illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei unterstützen, an ihr beteiligt sind oder von ihr profitieren – unabhängig davon, wo sie sich aufhalten oder unter welcher Flagge sie operieren.

10. UMSETZUNG INTERNATIONALER VEREINBARUNGEN

Eindeutige internationale Standards für Fischereifahrzeuge und für den Handel mit Fischereiprodukten müssen in der Praxis angewandt werden. Zu diesen Maßnahmen gehören das Port State Measures Agreement (PSMA), die Work in Fishing Convention der Internationalen Arbeitsorganisation (C188) und das Cape Town Agreement (CTA).

Risikominimierung

Fish Forward 2 (FF2) ist ein von der Europäischen Union kofinanziertes Projekt, das über drei Jahre läuft (2018-2020) und Bewusstsein für nachhaltigen Fischkonsum schaffen soll.

Neben 16 weiteren nationalen WWF-Büros in Europa und weltweit sind wir ebenfalls an dem Projekt beteiligt und konzentrieren uns auf die Risikominimierung von illegalen Fischereiprodukten und Menschenrechtsverletzungen in Lieferketten. Darüber hinaus entstehen im Rahmen des Projekts weitere Videoproduktionen zur Thematik.

TRANSPARENTE LIEFERKETTEN

Um die Transparenz in Lieferketten zu verbessern, tritt EJF direkt an Händler und Unternehmen – z.B. an den Wirtschaftsverband der Einzelhändler in Großbritannien (British Retail Consortium) sowie an das zweitgrößte Einzelhandelsunternehmen Europas in Frankreich (Carrefour) – heran. Ziel der Zusammenarbeit ist die Identifikation und Vermeidung von Produkten aus illegaler Fischerei, sodass diese keine Chance mehr haben, auf den EU-Markt zu gelangen.

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