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Die Klimakonferenz COP23 und der Schutz von Klimaflüchtlingen
Nov 17, 2017

Die Klimakonferenz COP23 und der Schutz von Klimaflüchtlingen

By Sebastian Buschmann

Die UN-Klimakonferenz 2017 COP23 nähert sich dem Ende und die Welt blickt auf Bonn, wo Entscheidungsträger aller Staaten unter der Präsidentschaft Fidschis diskutiert haben, wie die Ziele des Pariser Klimaabkommens umgesetzt werden können. Neben der Bekämpfung der Ursachen des Klimawandels spielte dieses Jahr auch der Schutz von Klimaflüchtlingen eine zentrale Rolle.

Kurz vor Eröffnung der COP23 veröffentlichte die Environmental Justice Foundation einen neuen Bericht, in dem wir den Zusammenhang zwischen Klimawandel, Zwangsmigration und globalen Konflikten untersuchen. Die Hilfs- und Entwicklungsorganisation Oxfam beleuchtete ebenfalls den Klimawandel als Menschenrechts-Thema in einem zeitgleich veröffentlichten Bericht. Oxfam kam zu dem Schluss, dass Menschen in Entwicklungsländern einem fünfmal höheren Risiko ausgesetzt sind, unter den Folgen des Klimawandels (in Form von extremen Wetterereignissen) zu leiden, als Menschen in Industrienationen. Sowohl Oxfam als auch die Environmental Justice Foundation betonen als Schlussfolgerung die Notwendigkeit zum Schutz von Klimaflüchtlingen.

Deutschland ist an der globalen Diskussion um den Klimawandel, seiner Vermeidung und der Zwangsmigration maßgeblich beteiligt. Im Vorfeld der Bundestagswahl 2017 befragte die Environmental Justice Foundation die etablierten Parteien zu ihren Positionen hinsichtlich des Klimawandels und damit verbundenen Zwangsmigration. Alle Parteien gaben an, dem Schutz all jener Menschen eine hohe Bedeutung beizumessen, die von den Auswirkungen des Klimawandels bedroht sind und ihre Heimat verlieren könnten.   

Es sind jedoch nicht nur die Politik und NGOs, die den Klimawandel als Menschenrechts-Thema behandeln, auch die Wissenschaft, Universitäten oder Think-Tanks befassen sich zunehmend mit dem Thema. Der Klimaforscher Hans-Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und Berater der Bundesregierung, betonte im Rahmen der COP23 die Notwendigkeit einer globalen Lösung für jene, die aufgrund der Auswirkungen des Klimawandels ihre Heimat verlassen müssen.     

Der an der Universität Hamburg lehrende Prof. Dr. Cord Jakobeit macht bereits seit Längerem darauf aufmerksam, dass bei der Analyse der Fluchtursachen eine Vielzahl an Faktoren berücksichtigt werden muss. Laut Jakobeit ist das genaue Ausmaß der Klimaflüchtlinge kaum zu ermitteln, jedoch könne der Klimawandel wie ein „Risikomultiplikator“ wirken, und Konfliktsituationen und Krisen weiter anheizen und so zu Zwangsmigration führen.

Der neue EJF-Bericht und der dazugehörige Kurzfilm „Beyond Borders“ greift diese Diskussion auf und untersucht den Zusammenhang zwischen Klimawandel, Zwangsmigration und Konflikten. Ähnlich wie viele wissenschaftliche Studien schlussfolgert der Bericht, dass der Klimawandel durch u. a. extreme Wetterereignisse und Dürren schnell zum Multiplikator für Bedrohungen und Risiken werden und so globale Probleme und Konflikte verstärken kann.

Eine der wichtigen Botschaften von Bonn lautet, dass ein sachlicher und auf Fakten basierender Ansatz nötig ist, um das Thema Klimawandel und Zwangsmigration zu behandeln. Die Tatsache, dass Politik, Wissenschaft, Think-Tanks und NGOs die Konferenz als Plattform zum verstärkten Austausch bezüglich des Klimawandels als Menschenrechts-Thema genutzt haben, ist ein positives Signal.

Es liegt nun an der Bundesregierung, der Europäischen Union, den Vereinten Nationen, allen weiteren Staaten sowie internationalen Organisationen, diese Diskussion aufzugreifen und an handfesten Maßnahmen zu arbeiten. Nach Ansicht der Environmental Justice Foundation muss der Klimawandel als Menschenrechtsaspekt aufgefasst werden. 

Wenn Millionen Menschen gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen, müssen wir dringend an einem rechtlichen Schutzmechanismus für diese Menschen arbeiten.    

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