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Wie wir die Klimakatastrophe aufhalten: Die Lösungen liegen vor uns
Juni 02, 2021

Wie wir die Klimakatastrophe aufhalten: Die Lösungen liegen vor uns

Von EJF Deutschland

Das heute veröffentlichte Manifest „Gemeinsam gegen die Klimakrise!“ der Environmental Justice Foundation (EJF) enthält Maßnahmen für alle Sektoren (Energie, Transport, Bau, Landwirtschaft, Textilindustrie), die Regierungen ergreifen können, um bis 2035 klimaneutral zu werden.

Basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen legt es die wirtschaftlichen und sozialen Gewinne dar, die durch den Übergang zu einer nachhaltigen Welt erzielt werden können.

Nutzen für die Wirtschaft

Die Transformation zur Nachhaltigkeit und die damit verbundenen dringend notwendigen Klimaschutzmaßnahmen bedeuten gleichzeitig neue Lebensgrundlagen, wirtschaftliche Wiederbelebung und Arbeitsplätze.

So sind etwa erneuerbare Energien eine der am schnellsten wachsenden Industrien der Welt: Allein in den USA wurden von 2015 bis 2019 über 100.000 Arbeitsplätze in diesem Sektor geschaffen, was einem Wachstum von mehr als 25 % bei den Beschäftigten im Bereich der erneuerbaren Energien entspricht. Selbst als die Wirtschaft im Jahr 2020 mit starken Einbrüchen zu kämpfen hatte, wuchs der globale Sektor der Erneuerbaren gegen den Trend um fast 7 % – trotz eines vorübergehenden Rückgangs der Energienachfrage.

Natürliche Lösungen

Naturbasierte Lösungen sind kostengünstige, effektive und leicht verfügbare Instrumente im Kampf gegen die Klima- sowie gegen die Biodiversitätskrise.

Wälder gehören zu den besten Lösungen, um die globale Erwärmung zu bremsen, heißt es in dem Manifest. Änderungen in der Landnutzung sowie in der Land- und der Forstwirtschaft könnten weltweit einen wesentlichen Anteil leisten, um die Erderwärmung unter katastrophalen Werten zu halten. Bislang vernachlässigte Lebensräume, insbesondere Meeres- und Küstenlebensräume wie Seegras und Mangroven, müssen aufgrund ihrer Schlüsselrolle in der Speicherung von „blauem Kohlenstoff" besser geschützt werden.

Umweltgerechtigkeit

Umweltgerechtigkeit – insbesondere für Menschen, die als erstes und am härtesten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen sind – muss ein Leitprinzip für den Übergang zur Nachhaltigkeit sein. Alle Maßnahmen müssen auf der Grundlage dieses Prinzips erfolgen und gleiche Recht auf eine sichere und gesunde Umwelt für alle Menschen auf der Welt berücksichtigen.

Bei einer Erwärmung von 3 °C – unserem derzeitigen Kurs – könnten mindestens 200 Millionen Menschen durch den steigenden Meeresspiegel vertrieben werden. Ein rechtlich bindendes, neues internationales Abkommen zum Schutz von Klimageflüchteten ist entscheidend, um diese Menschen nicht zurückzulassen. Es braucht zunächst eine Definition und die Klärung des Status, um Rechte und Pflichten zu bestimmen und um effektive internationale Maßnahmen zu koordinieren. Das Ziel: das grundlegende Menschenrecht – das Recht auf ein sicheres Zuhause – schützen.

Klima-Manifest: die wichtigsten Empfehlungen

  • Einführung eines hohen Preises für Kohlenstoff, beginnend bei mindestens 100 US-Dollar pro Tonne.
  • Schutz und Wiederherstellung von mindestens 30 % der Lebensräume an Land und im Meer.
  • Verdoppelung der internationalen Verpflichtungen der Industrieländer zur Klimafinanzierung, um sicherzustellen, dass eine faire Verantwortung für die historischen Treibhausgasemissionen übernommen wird.
  • Einigung auf einen internationalen Rechtsrahmen zum Schutz von Klimageflüchteten.

Die Klimakrise stellt eine existenzielle Bedrohung für die Stabilität unserer Gesellschaften und das Leben auf der Erde dar. Nur der Übergang zu einer kohlenstofffreien Weltwirtschaft und ein vollständiger Systemwandel können katastrophale Auswirkungen für Millionen Menschen abwenden.

Die Technologien sind längst bekannt. Was es jetzt braucht, sind eine tiefgreifende Veränderung des politischen Willens und ein Rahmenwerk für Umweltgerechtigkeit.