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Juni 11, 2019

Risikoprüfung von Fischerei-Lieferketten: Ratgeber veröffentlicht

Von Environmental Justice Foundation Deutschland

Unser neuer Ratgeber, den wir gemeinsam mit WWF Deutschland und dem Waren-Verein der Hamburger Börse e.V. entwickelt haben, hilft Einzelhändlern und Unternehmen dabei, ihre Lieferketten frei von Produkten aus illegaler Fischerei zu halten. Er listet konkrete Maßnahmen, um die Risiken durch illegalen Fang einzuschätzen und zu verringern.

Durch die illegale, ungemeldete und nicht regulierte (IUU-)Fischerei nimmt die Weltwirtschaft jährlich zwischen 14 bis 32 Milliarden Euro Schaden. Sie stellt eine akute Bedrohung für Fischbestände weltweit dar, die bereits bis an ihre Grenzen befischt werden. Ein Drittel aller Bestände wird über ein nachhaltiges Maß hinaus befischt, weitere rund 60 % werden bis an ihre biologischen Grenzen befischt.

Deutschland ist der sechstgrößte Importeur von Fischprodukten weltweit. Rund 87 % des Bedarfs an Fisch und Fischereiprodukten in der Bundesrepublik werden importiert. Der Ratgeber bietet deutschen Einzelhändlern und Unternehmen die Möglichkeit, ihre bereits existierenden Anstrengungen zur Vermeidung von illegal den Meeren entnommenem Fisch weiter auszubauen. Dies würde einen erheblichen Beitrag für die Ökosysteme der Ozeane und für die Menschen haben, deren Lebensgrundlage davon abhängt.

"Zu wissen wo, unter welchen Umständen und durch welche Schiffe der Fisch ursprünglich gefangen wurde, ist ein fundamentaler Schritt hin zu einer legalen und nachhaltigen Fischerei."
– Steve Trent, EJF-Geschäftsführer

„Einzelhändler, Importeure und Zulieferer sollten weiter entschlossen handeln. Die Unternehmen haben das Recht darauf, dass ihnen alle zur Verfügung stehenden Informationen zu ihrer Lieferkette vorliegen und können von ihren Zulieferern verlangen, Daten darüber zu erhalten, wo die Produkte ihren Ursprung haben“, Trent weiter.

„Schiffe unter Billigflagge stellen ein hohes Risiko dar, weil die staatlichen Kontrollen nicht ausreichen. Auch bei Umladungen auf hoher See sollten Unternehmen genau hingucken“, sagt Catherine Zucco, Fischereiexpertin des WWF Deutschland. „Lieferketten sind oft undurchsichtig, aber Unternehmen sollen ihre Produktion kennen. Dazu muss man wissen, wer Besitzer des Bootes ist und ob alle Lizenzen vorliegen. Gerade in Ländern wo die Regierungen und Fischereikontrollen schwach sind, besteht das Risiko, dass illegale Akteure dies ausnutzen.“

TRANSPARENZ & STAATLICHE STEUERUNG

Neben überprüfbarer Rückverfolgbarkeit durch Transparenz in den Lieferketten für Fischereiprodukte braucht es bessere staatliche Steuerung, die den Schutz unserer Meere garantieren kann. Die notwendigen technologischen und organisatorischen Instrumente sind vorhanden – und zwar zu erschwinglichen Kosten. Gefragt ist der volle Einsatz der Unternehmen und Regierungen.

Auf EU-Ebene existiert eines der fortschrittlichsten Gesetze zur Vermeidung von Produkten aus IUU-Fischerei auf dem gemeinsamen Markt, auf dem der neue Ratgeber aufbaut. Als wichtigster Markt für Fischereiprodukte weltweit kann die EU ganz entscheidend zu nachhaltigen, internationalen Lieferketten für Fischereiprodukte beitragen. Händler und Unternehmen hierzulande können ihren Beitrag dazu leisten.

Der Warenverein der Hamburger Börse e. V. sagt dazu: „Wir freuen uns, gemeinsam mit EJF und WWF den Ratgeber zu veröffentlichen und wollen so zusammen mit den Branchenakteuren durch die Zuhilfenahme des Ratgebers aktiv zum Schutz der marinen Umwelt weltweit beitragen.“

Der Ratgeber gibt dazu klare Handlungsempfehlungen. Er zeigt die Risiken von global agierenden Unternehmen auf und gibt Empfehlungen, wie diese minimiert werden können. Somit kann er, wenn aktiv angewendet, die Maßnahmen von Unternehmen zum nachhaltigen Fischeinkauf praxisnah und kosteneffektiv stärken.

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