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Wenn die Rente dem Klima schadet
Nov. 05, 2020

Wenn die Rente dem Klima schadet

Von EJF Deutschland

Brände, Dürren, Überschwemmungen: 2020 lässt keinen Zweifel daran, dass wir uns mitten in der Klimakrise befinden. Um die globale Erwärmung zu begrenzen und ihre katastrophalen Folgen zu mildern, sind jetzt mutige und dringende Maßnahmen erforderlich.

Die Klimaschutz-Debatte konzentriert sich oft auf die großen Unternehmen im Bereich der fossilen Brennstoffe sowie auf die Rolle von Banken und Top-Investmentfirmen, die von der Zerstörung unseres Planeten profitieren. Doch die meisten Menschen wissen nicht, dass ihre hart verdienten Ersparnisse möglicherweise unbeabsichtigt über ihre Pensionsfonds in die Kohlenstoffwirtschaft fließen und die Klimakrise weiter befeuern.

Ende 2018 wurde das Altersvorsorgevermögen weltweit auf 44 Billionen US-Dollar geschätzt. Zwei der größten Märkte weltweit sind die USA mit einem Rentenvermögen über 16,2 Billionen US-Dollar und die EU mit 7,7 Billionen Euro – eine außerordentliche Finanzkraft.

Nur etwa 10% der Pensionsfonds verfügen über eine detaillierte formelle Investitionspolitik, die mit dem Ziel des Pariser Abkommens übereinstimmt, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen. Allein die Pensionsfonds der OECD-Mitgliedsländer könnten sich auf 238-828 Milliarden Euro an liquiden Vermögenswerten aus fossilen Brennstoffen belaufen. Dieselbe Untersuchung ergab, dass die Rentenindustrie bisher insgesamt "ineffektiv und kontraproduktiv" bei der Entsorgung fossiler Brennstoffe und der Eindämmung der Klimakrise war.

Der Mangel an Transparenz bei Pensionsfonds ist weltweit ein großes Problem. Die meisten Menschen wissen nicht, wohin ihr Geld fließt oder wie es verwendet wird. Im Anschluss an das Pariser Abkommen empfahl die von der Industrie geführte Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD), dass alle Vermögensverwalter*innen, einschließlich der Pensionsfonds, alle klimabezogenen Risiken, wie zum Beispiel Investitionen in fossile Brennstoffe, in ihren Beständen offenlegen. Untersuchungen ergaben jedoch, dass weniger als 20% der Pensionsfonds diesen Empfehlungen folgen.

#KeepItInTheGround

Pensionsfonds existieren, um in die Zukunftssicherheit ihrer Mitglieder zu investieren - warum also setzen sie immer noch auf fossile Brennstoffe?

Aktivist*innen auf der ganzen Welt setzen sich seit Jahren dafür ein, dass Renten von gefährlichen fossilen Brennstoffen abgekoppelt werden. 2020 hat die Bewegung deutlich an Fahrt aufgenommen. Einige skandinavische Fonds sind wegweisend: API, die 37 Milliarden US-Dollar in schwedischen Pensionsfonds verwaltet, kündigte im März an, dass sie ihre etwa 450 Millionen US-Dollar an Beständen an fossilen Brennstoffen veräußern werde, um sich an das Pariser Abkommen anzupassen und bis 2050 ein kohlenstoffneutrales Portfolio zu erreichen.

In unsere gemeinsame Zukunft investieren

Unser hart verdientes Geld in fossile Brennstoffe zu stecken, ist eine Fehlinvestition. Stattdessen sollten wir uns nach Investitionen umsehen, die zu einem grüneren, nachhaltigeren Planeten für unsere Zukunft beitragen.

Erneuerbare Energien sind eine rentable Alternative zu Investitionen in fossile Brennstoffe. Wind- und Solarenergie sind die am schnellsten wachsenden Energiequellen weltweit und werden ihren Anteil am weltweiten Stromverbrauch bis 2040 voraussichtlich fast verdoppeln. Weitere Möglichkeiten sind Investitionen in naturbasierte Lösungen zur Eindämmung des Klimawandels, welche Ländern weltweit helfen können, ihre im Pariser Abkommen festgelegten Ziele zu erreichen und nachhaltige Lebensgrundlagen für Gemeinschaften weltweit zu schaffen.

Die Covid-19-Pandemie hat unsere Wirtschaft bis ins Mark erschüttert. Jetzt bietet sich die perfekte Gelegenheit, um zu handeln. In eine sichere, nachhaltige Zukunft auf einem gesunden Planeten zu investieren, ist ein gutes Geschäft für alle.

Bildnachweis: Copyright Ian Barbour | Flickr