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Wichtiger Schritt gegen illegale Fischerei: EU verwarnt Kamerun
Feb. 18, 2021

Wichtiger Schritt gegen illegale Fischerei: EU verwarnt Kamerun

Von EJF Deutschland

Die Europäische Kommission, die sich für die Bekämpfung der illegalen, nicht gemeldeten und unregulierten Fischerei (IUU-Fischerei) weltweit einsetzt, hat kürzlich eine Warnung gegen Kamerun ausgesprochen und das Land aufgefordert, mehr zu tun, um IUU-Fischerei zu bekämpfen.

Die Verwendung von sogenannten "Billigflaggen" bedeutet in der Regel, dass Staaten ausländischen Schiffen erlauben, ihre Nationalflagge zu führen, ohne dass sich die Eigentumsverhältnisse am Schiff ändern. Diese äußerst problematische Praxis geht oft mit minimaler Überwachung und mangelnder Strafverfolgung einher und erschwert es dementsprechend, illegal operierende Schiffseigner zu identifizieren und gegen sie vorzugehen.

Am 17. Februar 2021 erteilte die Europäische Kommission dem zentralafrikanischen Land eine "gelbe Karte". Sie stellt eine Warnung dar und bietet Kamerun die Möglichkeit, innerhalb einer angemessenen Frist mit Verbesserungen im Kampf gegen die illegale Fischerei zu reagieren. Bei längerer und anhaltender Nichteinhaltung der Vorschriften könnte das Land mit einer "roten Karte" belegt werden, das Sanktionen für den Handel mit Fischereierzeugnissen für Kamerun nach sich ziehen würde.

"Wir begrüßen die Entscheidung der Europäischen Kommission sehr, Kamerun zu verwarnen und einen formellen Dialog zu beginnen", so EJF-Geschäftsführer Steve Trent. "2020 haben wir in unserem Bericht 'Off The Hook' dargelegt, dass Kamerun vereinbarte Standards als Flaggenstaat nur mangelhaft einhält. Skrupellose Betreiber können so ungehindert operieren."

Die Praxis der Billigflaggen untergräbt sämtliche Versuche, die Fischerei nachhaltig zu bewirtschaften. Sie treibt Fischbestände an den Rand des Zusammenbruchs, was gleichzeitig auch die Ernährungssicherheit und die Lebensgrundlagen in vielen Regionen bedroht.

Die weit verbreitete Nutzung von sogenannten "Billigflaggen" durch Fischereifahrzeuge erschwert es, die tatsächlichen Profiteure illegaler Fischereipraktiken zu identifizieren und gegen sie vorzugehen. In den letzten Jahren haben immer mehr Schiffe aufgrund mangelnder staatlicher Kontrollen die kamerunische Flagge angenommen. Über ein Drittel der Schiffe, die jetzt unter dieser Flagge operieren, haben sie erst kürzlich - in den letzten zwei bis drei Jahren - angenommen, obwohl sie keine offensichtliche Verbindung zu dem Land haben.

So wurde zum Beispiel die Vega - ein gigantisches Fischfabrikschiff, das 2019 in das kamerunische Register eingetragen wurde - bereits 2017 in der Entscheidung der Europäischen Kommission erwähnt, St. Vincent und die Grenadinen zu sanktionieren. Zu diesem Zeitpunkt operierte es unter dem Namen Gotland und hatte es zuvor versäumt, mit den senegalesischen Behörden zu kooperieren und ausstehende Bußgelder zu begleichen, nachdem es beim illegalen Fischen in senegalesischen Gewässern beobachtet worden war. Das "Umflaggen" von Fischereifahrzeugen unterstützt diese Schiffe dabei, solche Verstöße ungestraft fortzusetzen.

Das Warnsystem der EU ist unübertroffen, wenn es um die Reform der weltweiten Fischerei und den Schutz des Ozeans geht. Doch wenn es gelingen soll, illegale Fischerei zu beenden, müssen sich alle Länder weltweit nachhaltig für Fortschritte einsetzen. In diesem Fall zeigt sich wieder einmal, dass die Europäische Union weltweit führend in ihrem Engagement ist. Gleichzeitig verdeutlicht der aktuelle Fall, dass ein koordiniertes Vorgehen aller Länder, deren Flagge als Instrument zur Erleichterung der illegalen Fischerei genutzt wird, dringend notwendig ist.

"Sämtliche Staaten müssen sich zusammenschließen und Maßnahmen ergreifen, die andere Länder davon abhalten, Billigflaggen frei anzubieten, und sie müssen sicherstellen, dass diese Flaggen nicht von ihren eigenen Staatsbürger*innen verwendet werden", fügte Trent an. "Dazu zählt zum einen die Verhängung abschreckender Sanktionen, wenn Staatsbürger*innen an illegaler Fischerei beteiligt sind oder davon profitieren, selbst wenn sie unter fremder Flagge operieren. Zum anderen bedarf es klarer Informationen über die wirtschaftlichen Eigentümer bei der Registrierung von Schiffen."

Das Warnsystem der EU ist ein wirksames Instrument im Kampf gegen Billigflaggen und hat bereits mehreren Ländern, wie z. B. Togo, zu wichtigen Reformen verholfen. Wir hoffen, dass diese Maßnahme den kamerunischen Behörden hilft, das Problem im Keim zu ersticken, bevor zu viel Schaden angerichtet wird.