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Schutz von Klimageflüchteten
Klima

Schutz von Klimageflüchteten

Stärkung der Rechte der am stärksten Betroffenen

Extremwetterereignisse – von Überschwemmungen und Stürmen bis hin zu Hitzewellen und Dürren – vertreiben schon heute geschätzt 41 Menschen pro Minute. Steigen die Temperaturen weiter an, werden sich Klimaextreme verschärfen und der Meeresspiegel wird steigen. Diejenigen, die selbst am wenigsten zur Klimakrise beitragen, werden die Auswirkungen am stärksten spüren.

Stimme für gefährdete Gruppen

Die Klimakrise ist eine menschenrechtliche Krise. Wir arbeiten daran, diesen verletzlichen Gemeinschaften eine starke Stimme zu geben und setzen uns für ein internationales Schutzabkommen für Menschen ein, die infolge der Erderwärmung vertrieben werden.

  • Wir fordern alle Länder der Welt auf, das Pariser Klimaabkommen von 2015 rasch und vollständig umzusetzen. Regierungen müssen die Bemühungen unterstützen, ihre Zusagen zur Emissionsreduzierung im Einklang mit ihren Zielen zu erhöhen, um die von Menschen verursachten Emissionen zu reduzieren und den globalen Temperaturanstieg unter 1,5°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu halten.
  • Wir fordern alle Regierungen auf, Menschen, die infolge der Klimakrise ihre Heimat verlassen müssen, als Klimageflüchtete anzuerkennen und ein neues rechtliches Abkommen zu unterstützen, um ihre Rechte und ihren Schutz zu garantieren. Diese Bevölkerungsgruppen erfahren derzeit keine Unterstützung durch die bestehende Gesetzgebung, wie etwa die Genfer Konvention von 1951 zum Schutz von Menschen, die vor Krieg und Verfolgung fliehen.
  • Wir unterstützen die Einberufung eines UN-Sonderberichterstatters für Menschenrechte und Klimawandel, welcher Probleme im Zusammenhang mit Klimawandel und menschlichen Bewegungsströmen untersucht. Dieser sollte sich sowohl für den Schutz der am meisten benachteiligten und gefährdeten Bevölkerungsgruppen einsetzen – sowohl innerhalb eines Landes als auch länderübergreifend – und ebenfalls internationale Maßnahmen zur Bewältigung klimabedingter Vertreibung anleiten.
Der Klimawandel ist ein Schlüsselfaktor, der alle anderen Ursachen für Zwangsvertreibung beschleunigt. Diese Menschen sind keine Migrant*innen im klassischen Sinne, weil sie nicht freiwillig fliehen. Als Zwangsvertriebene, die nicht in der Konvention für den Schutz von Flüchtlingen berücksichtigt werden, befinden sie sich in einem rechtlichen Vakuum.

António Guterres, UN-Generalsekretär

Was sind Klimageflüchtete?

Wir definieren Klimageflüchtete als „Personen oder Personengruppen, die aufgrund plötzlicher oder fortschreitender klimatisch bedingter Umweltveränderungen, die ihr Leben oder ihre Lebensbedingungen beeinträchtigen, gezwungen sind, ihr gewohntes Zuhause vorübergehend oder dauerhaft zu verlassen und entweder innerhalb ihres Landes oder ins Ausland ziehen.“

Steigende Fluchtzahlen

Von Untersuchungen zu klimabedingter Vertreibung im ländlichen Bangladesch bis hin zur Zusammenarbeit mit lokalen Journalist*innen im kenianischen Dadaab-Flüchtlingslager konnten wir die Geschichten der Betroffenen dokumentieren und bis auf die höchsten Regierungsebenen tragen. Sie tragen dazu bei, das öffentliche Bewusstsein für die Notlage derjenigen zu schärfen, die infolge der Klimakrise aus ihrer Heimat fliehen müssen.

Seitdem wir mit unserer Arbeit begonnen haben, hat das Thema mittlerweile internationale Anerkennung erhalten. Dennoch wurden zwischen 2008 und 2016 21,5 Millionen Menschen durch klimabedingte Katastrophen vertrieben – das sind mehr Menschen als diejenigen, die vor Krieg oder Verfolgung fliehen.

Wir sind nur 1,5 Meter über dem Meeresspiegel. Ein Anstieg darüber würde alles, was uns umgibt, zerstören und die Malediven auslöschen. Wir haben ein Recht auf Leben.

Mohamed Nasheed, früherer Präsident der Malediven

Klimakrise und Konflikte

Durch unsere Untersuchungen und Berichte sowie mithilfe von Interviews mit hochrangigen politischen Entscheidungsträger*innen und Expert*innen haben wir belastbare Beweise aus aller Welt zusammengetragen, die zeigen, wie der Klimawandel als Katalysator für Konflikte und Instabilität wirkt.

Weil steigende Temperaturen und sich verändernde Niederschlagsmuster den Wettbewerb um die Versorgung mit Lebensmitteln und Wasser verschärfen und die öffentliche Gesundheit bedrohen, wird die Klimakrise diese bestehenden sozialen Spannungen wahrscheinlich noch verschärfen und als Beschleuniger für Instabilität wirken.

Zusammen mit einem beschleunigten Bevölkerungswachstum, Armut und schlechter Regierungsführung wird sie nicht nur zu Veränderungen im Hinblick auf Flüchtlingsströme führen, sondern auch das Risiko von gewaltsamen Konflikten und Terrorismus erhöhen.

Klimagerechtigkeit

Kein Land ist sicher vor den Auswirkungen der Klimakrise. Doch es sind die Ärmsten der Welt, die am stärksten von ihnen betroffen sind. Während die am wenigsten entwickelten Länder der Welt nur 1% der globalen Emissionen verursachen, verzeichnen sie 99% der Todesfälle durch klima- und wetterbedingte Katastrophen.

Wir wollen ein internationales Bewusstsein für diese Problematik schaffen:

  • Von den indigenen Völkern der Arktis, über die ländlichen Gebiete Bangladeschs bis in die Flüchtlingslager Kenias und Jordaniens: Mit unserer Arbeit dokumentieren wir die Geschichten der Menschen, die schon heute die Folgen der Klimakrise spüren.
  • Wir erstellen regelmäßig fundierte Berichte und Positionspapiere, die wir für unsere weltweiten Kampagnen nutzen.
  • Um die Öffentlichkeit für dieses wichtige Thema unserer Zeit zu sensibilisieren, produzieren wir eigene Filme, die wir auf Wunsch gern zur Verfügung stellen.

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