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Tödlicher Tanz in den Wellen: Delfine weltweit in Gefahr
Feb. 18, 2020

Tödlicher Tanz in den Wellen: Delfine weltweit in Gefahr

Von EJF Deutschland

Delfine sind außergewöhnliche Tiere: sie können bis zu 300 Meter tief tauchen, eine ihrer Gehirnhälften ausruhen, während die andere Wache hält und man hat beobachtet, dass sie kranken, älteren und verletzten Artgenossen helfen.

Um diese anmutigen und intelligenten Meeressäuger zu schützen, kämpft EJF gegen illegale Fischerei und Sklaverei auf See, welche die grausame Jagd nach Delfinen zusätzlich begünstigen. Dies bewahrt nicht nur marine Ökosysteme, sondern sichert gleichzeitig auch die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen, die auf gesunde Ozeane angewiesen sind.

Kaum ein Anblick verkörpert das Gefühl von Freiheit stärker, als Delfine, die sich voller Freude aus den Wellen katapultieren. In unseren Köpfen geht diese Vorstellung oft einher mit türkisfarbenem Wasser, weißem Strand und Palmen. Doch tatsächlich sind Delfine Kosmopoliten: ihre Heimat reicht von den Tropen bis in die Arktis und Antarktis.

Beifang und illegale Fischerei

Die Vorstellung, diese anmutigen und intelligenten Tiere zu jagen und zu töten, erscheint den meisten Menschen absurd. Trotzdem gehen Schätzungen davon aus, dass zwischen den 1950ern und den späten 1990er Jahren mehr als sechs Millionen Delfine getötet wurden.

Trotz "delfinfreundlicher" Zertifizierungen und Siegel für Fisch, Fischprodukte und Meeresfrüchte stellt Beifang bis heute die größte Bedrohung für die kleinen Wale dar. Darüber hinaus ist die gezielte Jagd ebenfalls eine akute Gefahr: "Delfin-Steaks" an der Frische-Theke im Supermarkt sind für viele von uns unvorstellbar, doch in vielen Ländern auf der ganzen Welt werden Delfine immer noch für ihr Fleisch gefangen und geschlachtet.

Ermittlungen zeigen Ausmaß der Grausamkeiten

EJF hat eine Reihe grausamer und illegaler Praktikenan Bord von Schiffen der taiwanesischen Fischereiflotte aufgedeckt. Angaben von Besatzungsmitgliedern zufolge ist das Töten von Delfinen mit Harpunen als Köder für den Haifischfang an der Tagesordnung.

Einmal harpuniert, wurden die Tiere so lange mitgeschleift, bis sie erschöpft oder tot waren. Diejenigen, die noch Lebenszeichen zeigten, wurden anschließend mithilfe einer Autobatterie durch einen Stromschlag getötet.

Während jeder der dreimonatigen Fangtouren wurden so bis zu 300 Delfine gefangen und getötet. Diese Praktiken sind nach taiwanesischem Recht verboten, doch schlechte Kontrollen ermöglichen es, dass sie unentdeckt bleiben.

"Es ist leicht, [Delfine] zu fangen. Wir konnten wahrscheinlich sechs bis neun am Tag töten. Aber auch wenn wir schon zehn Delfine an Deck hatten – solange immer noch weitere auf der Bugwelle schwammen, jagten wir sie, bis wir sie alle gefangen hatten."
– Besatzungsmitglied an Bord eines taiwanesischen Schiffes

Kampf gegen illegale Praktiken

Die maßlose Plünderung der Ozeane hat nicht nur schwerwiegende Auswirkungen auf die marinen Ökosysteme, sondern auch eine menschenrechtliche Krise zur Folge. Denn der weit verbreitete Missbrauch von Meereslebewesen wird durch schwere Menschenrechtsverletzungen in der Fischereiindustrie begünstigt: skrupellose Schiffsbetreiber halten ihre Kosten niedrig, indem sie von Zwangsarbeit, Schuldknechtschaft bis hin zu Kinderarbeit und Sklaverei Gebrauch machen.

Um illegale, höchst grausame und zerstörerische Praktiken wie das Töten von Delfinen und das Abtrennen von Haifischflossen sowie den Missbrauch von Arbeitern auf Fischereifahrzeugen zu verhindern, ist Transparenz im globalen Fischereisektor dringend erforderlich. Aus diesem Grund setzt sich EJF aktiv für eine transparente, legale und nachhaltige Fischerei ein.

Illegale Fischerei bedroht unsere Ozeane und die Lebensgrundlage von Millionen von Menschen weltweit. Deshalb gehen wir bei unseren Ermittlungen bis an die Grenzen und entwickeln langfristige Lösungen, um sicherzustellen, dass Verbrechen gegen Mensch und Umwelt aufgedeckt und gestoppt werden.

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Bildnachweis: Flavio Gasperini via Unsplash